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AHV/ IV und Ergänzungsleistungen

Die wichtigsten Sozialversicherungen

Alles was Sie wissen müssen über die Alters- und Hinterlassenenvorsorge (AHV), die Invalidenversicherung (IV), sowie  Ergänzungsleistungen.


Im schweizerischen Sozialversicherungssystem ist die AHV die bedeutendste Versicherung.

Die AHV richtet Renten für Pensionierte und Hinterlassene aus. Die Altersrente soll den Existenzbedarf nach dem Berufsleben sichern. Die Hinterlassenenrente will eine finanzielle Notlage im Todesfall eines Elternteils oder Ehegatten verhindern.

Die Invalidenversicherung (IV) wurde für die beruflich aktive Bevölkerung geschaffen. Ihr erstes Ziel ist die Eingliederung in das Berufs- und Sozialleben bei Invalidität. Sie entrichtet Leistungen, wenn die Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen stark beeinträchtigt oder verunmöglicht ist. Nur wenn eine Ein- oder Wiedereingliederung ins Erwerbsleben nicht möglich ist, wird eine Rente ausbezahlt.

Die AHV/IV-Renten reichen nicht immer, um die notwendigen Lebenshaltungskosten zu decken. Bedürftige haben einen Rechtsanspruch auf Ergänzungsleistungen.

Ergänzungsleistungen (EL) werden entrichtet, wenn die AHV- bzw. IV-Renten zusammen mit dem übrigen Einkommen von Pensionierten, Hinterlassenen und invaliden Personen die minimalen Lebenskosten nicht decken.

Obligatorisch in der AHV und IV versichert sind:

  • alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz.
  • Personen, die in der Schweiz erwerbstätig sind.
  • Schweizer Staatsangehörige, die im Ausland für die Eidgenossenschaft oder für vom Bundesrat bezeichnete  Institutionen tätig sind.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Auslandschweizer und Personen, die im Auftrag eines schweizerischen Unternehmens im Ausland tätig sind, mit Einverständnis des Arbeitgebers, freiwillig versichern.

Organisation

Die administrative Durchführung der AHV liegt bei den AHV-Ausgleichskassen. Es gibt:

  • 2 Bundeskassen für das Bundespersonal, den Verkehr mit dem Ausland und die freiwillige Versicherung für Auslandschweizer
  • 26 kantonale Ausgleichskassen für Nichterwerbstätige, Betriebe und Selbstständig Erwerbende, die nicht einer Verbandsausgleichskasse angehören
  • ca. 70 Verbandsausgleichskassen

Diese Kassen regeln den Beitragsbezug, das Führen der individuellen Beitragskonti, die Rentenfestsetzung und -auszahlungen. Sie übernehmen den IV-Beitragsbezug und die Ausrichtung der IV-Taggelder und -Renten sowie die Bemessung der Invalidität. Sie sind auch zuständig für die Abrechnung mit der Zentralen Ausgleichsstelle ZAS. Ausserdem erledigen sie Aufgaben für die

  • Erwerbsersatzordnung (EO)
  • Familienzulageordnungen
  • Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVI)
  • Berufliche Vorsorge
  • Unfallversicherung
  • Krankenversicherung.

Für jede versicherte Person wird ein individuelles Konto geführt. Darauf sind sämtliche der jeweiligen Ausgleichskasse gemeldeten Einkommen aufgelistet. Ein Auszug aus dem individuellen Konto kann bei der zuständigen Ausgleichskasse bestellt werden.



Beitragspflicht für Erwerbstätige

Die Beitragspflicht beginnt für Erwerbstätige am 1. Januar nach ihrem 17. Geburtstag und endet bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit, frühestens jedoch mit dem Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters. Personen, die über das ordentliche AHV-Rentenalter hinaus erwerbstätig sind, bleiben weiter beitragspflichtig, jedoch nur für einen Teil des Erwerbseinkommens.

Beitragspflicht für Nichterwerbstätige

Die Beitragspflicht beginnt am 1. Januar nach dem 20. Geburtstag und endet mit Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters. Als Nichterwerbstätige gelten auch invalide und vorzeitig pensionierte Personen.

Nicht erwerbstätige Ehepartner und verwitwete Personen sind ebenfalls beitragspflichtig. Falls der erwerbstätige Ehepartner mindestens den doppelten AHV/IV-Mindestbetrag entrichtet hat, gelten die Beiträge vom nicht erwerbstätigen Ehepartner als geleistet. Dies gilt nicht, wenn der erwerbstätige Ehepartner das AHV-Rentenalter bereits erreicht hat.

Zur Vermeidung von Beitragslücken sind nicht erwerbstätige Ehepartner und nicht erwerbstätige verwitwete Personen verpflichtet, sich bei der kantonalen Ausgleichskasse ihres Wohnortes zu melden.

Beitragspflicht für vorzeitig pensionierte Personen

Personen, die sich vorzeitig pensionieren lassen, unterstehen bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV/IV-Beitragspflicht. Dabei wird zwischen folgenden Berechnungsarten unterschieden:

  • Folgt keine weitere Erwerbstätigkeit: Berechnung der Beitragshöhe entspricht der Berechnung für nicht erwerbstätige Personen.
  • Folgt eine weitere Teil-Erwerbstätigkeit: Übersteigt innerhalb eines Kalenderjahres die Höhe der Beiträge (von Arbeitnehmer und Arbeitgeber) die Hälfte der Beitragshöhe für Nichterwerbstätige, so gilt für das gesamte Jahr der Beitrag für Erwerbstätige.

 



Finanzierung durch das Umlageverfahren

AHV und IV werden durch das Umlageverfahren finanziert. Das heisst: Die von den aktuell Erwerbstätigen eingenommenen Beiträge werden innerhalb der gleichen Zeitperiode für Leistungen an die Rentenberechtigten wieder ausgegeben.

Bei Erwerbstätigen werden die AHV/IV-Beiträge je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber bezahlt. Für die AHV beträgt der Beitragssatz in Prozenten des Bruttolohnes 8,4 %, für die IV 1,4 %.

Als Grundlage für die Berechnung der Beitragshöhe nicht erwerbstätiger Personen dient das Vermögen und das jährliche Renteneinkommen (ohne Leistungen der AHV und IV). Der jährliche AHV/IV-Beitrag beträgt minimal CHF 478.- und maximal CHF 23'900.-. Bei Verheirateten bemessen sich die Beiträge, ungeachtet des Güterstandes, auf der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkommens.

Selbstständig Erwerbende haben bei einem Jahreseinkommen von weniger als CHF 9400.- einen Mindestbeitrag von CHF 478.- zu entrichten. Die Beiträge für Einkommen zwischen CHF 9400.- und CHF 56'400.- werden mittels einer Beitragsskala von 5,196 % bis 9,155 % individuell berechnet. Ab einem jährlichen Brutto-Erwerbseinkommen von CHF 56'400.- beträgt der Beitragssatz 9,650 %.



Altersrenten

Die Höhe der Rente richtet sich nach dem Erwerbseinkommen und nach der Beitragsdauer. Personen, die über eine volle Beitragsdauer verfügen, erhalten eine Vollrente, deren Höhe vom massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen abhängt. Ist die Beitragsdauer unvollständig, so wird eine Teilrente ausgerichtet.

Der Anspruch auf eine AHV-Altersrente entsteht mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters. Für Männer liegt dieses bei 65 Jahren, für Frauen bei 64 Jahren. Ein Vorbezug der Rente von ein bis zwei Jahren ist mit einer lebenslangen Rentenkürzung möglich. Die Einzelrente für eine alleinstehende Person beträgt 100 %.

Für ein Ehepaar werden zwei Einzelrenten ausgerichtet. Die beiden Altersrenten der Ehepartner werden gekürzt (plafoniert), wenn ihre Summe 150 % der maximalen AHV-Rente übersteigt.

Kinderrenten

Bezüger von Altersrenten haben Anspruch auf eine Kinderrente, solange ihr Kind das 18. Altersjahr noch nicht vollendet hat. Die Rente beträgt 40 % der Altersrente und wird ausbezahlt, bis das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat oder bis spätestens zum vollendeten 25. Altersjahr.

Witwen- /Witwerrente

Die Rente beträgt 80 % der Altersrente des verstorbenen Ehegatten. Sie wird unter folgenden Bedingungen ausbezahlt:

  • Witwenrente:
    • Es sind Kinder vorhanden
    • Bei einer kinderlosen Witwe, wenn sie 45 Jahre oder älter ist oder mindestens 5 Jahre mit dem Verstorbenen verheiratet war.
  • Witwerrente: Es sind Kinder vorhanden, die unter 18 Jahre alt sind.

Waisenrente

Die Waisenrente beträgt 40 % der Altersrente des verstorbenen Elternteils. Ein Vollwaise hat Anspruch auf zwei Waisenrenten. Die beiden Waisenrenten werden gekürzt (plafoniert), wenn ihre Summe 60 % der maximalen AHV-Rente übersteigt. Waisenrenten werden bis zur Erreichung des 18. Altersjahr entrichtet. Befindet sich der Waise in Ausbildung, wird die Rente bis zu seinem vollendeten 25. Altersjahr ausbezahlt.



Leistungsüberblick

Die Leistungen der IV beinhalten Eingliederungsmassnahmen, Taggelder, Renten und Hilflosenentschädigung. Die IV verfolgt das Prinzip 'Eingliederung vor Rente'. Bevor ein Rentenanspruch geprüft wird, müssen sämtliche Eingliederungsmöglichkeiten ausgeschöpft sein.

Invalidenrente

Die Rente ist abhängig vom Invaliditätsgrad:

  • ab 40 % Invalidität: ¼ Rente
  • ab 50 % Invalidität: ½ Rente
  • ab 60 % Invalidität: ¾ Rente
  • ab 70 % Invalidität: Volle Rente
Kinderrente

Bezüger von Invalidenrenten mit Kindern haben Anspruch auf die Ausrichtung einer Kinderrente in der Höhe von 40 % ihrer eigenen Rente. Das Kind darf das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Befindet sich das Kind in Ausbildung, wird die Kinderrente bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr ausbezahlt.



​Ergänzungsdienstleistungen für Bedürftige

Die AHV/IV-Renten reichen nicht immer, um die notwendigen Lebenshaltungskosten zu decken. Bedürftige haben einen Rechtsanspruch auf Ergänzungsleistungen. Für deren Erhalt müssen allerdings verschiedene persönliche und wirtschaftliche Voraussetzungen erfüllt sein. Grundsätzlich wird zwischen monatlich ausbezahlten Ergänzungsleistungen und der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten unterschieden. Die Höhe der Leistungen wird individuell festgelegt. Die Durchführung liegt bei den Kantonen, der Bund entrichtet jedoch Subventionen. Finanziert werden die Ergänzungsleistungen vollumfänglich durch die öffentliche Hand. Ergänzungsleistungen sind Bedarfs- und keine Fürsorgeleistungen.

Anspruchsberechtigt für Ergänzungsleistungen sind in der Schweiz wohnende AHV/IV-Bezüger, Schweizer Staatsangehörige, ausländische Staatsangehörige mit 10 Jahren sowie Flüchtlinge und Staatenlose mit 5 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in der Schweiz. Für EU- und EFTA-Bürger fällt die 10-jährige Karenzfrist weg.



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